BWV 16 am 23. Januar 2026 in der evangelischen Kirche Trogen (AR)
Ein kräftiger Jodelgruss zum neuen Jahr – komponiert von Johann Sebastian Bach. Wer’s nicht glaubt, höre sich die Tutti-Arie Nr. 3 aus der Kantate «Herr Gott, dich loben wir» BWV 16 an, die am Freitag, 23. Januar 2026 in Trogen zur Aufführung gelangt. «Lasst uns jauchzen, lasst uns freuen» schmettern Chor und Bass in perfektem Kontrapunkt der Gemeinde entgegen. Ein wahres Hörspektakel! Äquivalent genial komponiert, aber von ganz anderer Art ist der Eingangschor, der das gregorianische «Te Deum» in Bachs Neuzeit hinein und weit darüber hinaus entwickelt. Die Textvorlage, eine «Nachmittagsandacht auf den Neujahrtag» des Dichters Georg Christian Lehms (1684 – 1717), erfährt unter den Händen Bachs eine grandiose Aufwertung. Und wir können uns, zum 200. Mal in Folge, über ein herrliches Werk des Thomaskantors im Rahmen unseres Langzeitprojekts freuen.
Florian Werner, unser Reflexionist an diesem Abend, ist unter anderem Musikkolumnist im Philosophie Magazin und kennt sich aus in der gesamten Breite der Musikgeschichte und der verschiedenen Stile. So promovierte er mit einer Arbeit über den HipHop und die Apokalypse. Angesichts der stupenden Anzahl kompositorischer Einfälle in Bachs Kantate «Herr Gott, dich loben wir» kommt uns solch holistische Befähigung sehr zupass.
Lassen Sie uns diesen Monatsbrief nicht schliessen ohne unsere besten Wünsche für das (Bach-)Jahr 2026! Wir setzen alles daran, Ihren Appetit auf gute Musik, interessante Einsichten und heilende Erbauung zu stillen. Das Jubiläum der 200. Kantatenaufführung und -aufzeichnung beflügelt uns selbstverständlich ebenso wie die in Aussicht gestellte Verleihung der Bach-Medaille der Stadt Leipzig am 15. Juni 2026 anlässlich des dortigen Bachfests. Viele von Ihnen sind seit 2006 dabei in Trogen, Teufen oder St. Gallen und sind zu regelrechten Kantatenkennerinnen und -kennern geworden. Freuen wir uns uneingeschränkt über das bisher so gelungene Werk und die nunmehr entgegengebrachte Wertschätzung von höchster Warte! Mit einem frohen «Lasst uns jauchzen, lasst uns freuen» wollen wir somit alle miteinander jodelnd und zuversichtlich ins neue Jahr schreiten.








