St. Gallen, 15. September 2025: Drei etablierte Institutionen der St. Galler Kulturszene bündeln erstmals ihre Kräfte: Das Literaturhaus St. Gallen, die J. S. Bach-Stiftung und die Stiftsbibliothek St. Gallen laden am 24. September zu einem besonderen literarisch-musikalischen Abend ein. Unter dem Titel «Bach trifft Rilke» begegnen sich Gespräch und Musik in der einzigartigen Atmosphäre der historischen Stiftsbibliothek.
Anlässlich des 150. Geburtstags Rainer Maria Rilkes widmen sich die drei Partnerinnen diesem «rastlosen Geist» mit einem facettenreichen Programm: Sandra Richter, Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach, liest auf Einladung des Literaturhauses St. Gallen aus ihrer vielbeachteten neuen Rilke-Biografie «Rainer Maria Rilke oder Das offene Leben», die auf bislang unbekannten Quellen basiert. Im Gespräch mit Anya Schutzbach, Leiterin des Literaturhauses St. Gallen, beleuchtet sie Rilkes Leben, Denken und Wirken aus neuer Perspektive.
Rilkes historischer Aufenthalt in St. Gallen verleiht dem Anlass eine besondere lokale Note: Am 7. November 1919 war er in der Stadt zu Gast, wohnte im Hôtel Hecht und las am Abend in der Museums-Gesellschaft. Den zweiten Teil seiner Lesung eröffnete er mit einer kleinen «Abhandlung über Regina Ullmann», eine St. Galler Dichterin, die er persönlich kannte und förderte.
Musikalisch eingebettet wird der Abend von Jennifer Ribeiro Rudin (Sopran) und Daniel Rosin (Violoncello), zwei Ensemblemitgliedern der J. S. Bach-Stiftung, die Rilkes Texte auf künstlerisch eigenständige Weise interpretieren – mit Werken, die über Jahrhunderte der Musikgeschichte hinweg Brücken schlagen. Die Stiftsbibliothek bietet mit ihrem barocken Saal nicht nur den stimmungsvollen Rahmen, sondern auch eine Bühne für die Verbindung von Wort und Klang, von Geschichte und Gegenwart.
Vielversprechendes Pilotprojekt
«Bach trifft Rilke» versteht sich als Pilotprojekt einer neu entstehenden Zusammenarbeit. Als erster gemeinsamer Versuch, Literatur, Musik und kulturelles Erbe in einem interdisziplinären Format zu verbinden, soll die Veranstaltung zeigen, welches Potenzial in dieser Konstellation steckt. Anya Schutzbach, Leiterin des Literaturhauses St. Gallen, bringt es auf den Punkt: «Vielleicht würde man Rilke heute eine ‘genderfluide Person’ nennen. Doch die Literatur, auch wie Rilke sie begriff, war immer schon fluid – wie auch die Musik. Ein Aggregatzustand, den das Literaturhaus St. Gallen mit einer spartenübergreifenden Kooperation wie dieser einmal mehr belegt.»
Weitere Kooperationen der drei Partnerinnen sind denkbar – mit dem Ziel, neue Wege des Kulturerlebens zu erproben und den Austausch zwischen unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen zu fördern.
Die Literaturwissenschaftlerin Frau Prof. Dr. Sandra Richter steht für Interviews zur Verfügung. Vermittlung und Kontakt über das Literaturhaus St. Gallen (literaturhaus@wyborada.ch); Bildmaterial auf Anfrage.
VERANSTALTUNGSDETAILS
«Bach trifft Rilke»
Mittwoch, 24. September 2025
19:00 Uhr
Barocksaal der Stiftsbibliothek, Klosterhof 6d, St. Gallen
Mitwirkende:
- Sandra Richter, Literaturwissenschaftlerin und Rilke-Biografin
- Anya Schutzbach, Leiterin Literaturhaus St. Gallen
- Jennifer Ribeiro Rudin, Sopran und Rezitation
- Daniel Rosin, Barockcello
Eintritt: CHF 30.–; Mitglieder Literaturhaus, Stiftsbibliothek und Bach-Stiftung CHF 25.– Tickets: Erhältlich im
Online-Ticketshop oder bei der Abendkasse.
Restkarten an der Abendkasse ab 18:45 Uhr. Begrenzte Platzzahl, Tickets im Vorverkauf empfohlen.
Türöffnung: 15 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.
PRESSEKONTAKT
Alice Noger-Gradon
Telefon: +41 71 242 16 61
E-Mail: medien@bachstiftung.ch
Literaturhaus St. Gallen
Anya Schutzbach
Telefon +41 71 521 5015 und +41 79 251 3954
E-Mail: literaturhaus@wyborada.ch
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