St. Gallen, 12. August 2025: Die J. S. Bach-Stiftung lädt zum Konzert am 22. August 2025 in die evangelische Kirche Trogen ein. Auf dem Programm steht Johann Sebastian Bachs Kantate BWV 206 «Schleicht, spielende Wellen» – ein Werk zwischen höfischer Huldigung und Karrierekalkül.
In künstlerischen Fragen kannte Bach keine Kompromisse – in weltlichen Dingen jedoch musste sich der Karrieremusiker anstrengen, um das Wohlwollen einflussreicher Mäzene zu gewinnen. Die Komposition von BWV 206 war womöglich ein entscheidender Schachzug: Das im Oktober 1736 zum Geburtstag seines Königs August III. dargebotene Dramma per musica gab möglicherweise den Ausschlag dafür, dass Bach bald darauf den ersehnten Titel eines «Hofcompositeurs» erhielt. Während das als Wettstreit der Flüsse Pleisse, Elbe, Donau und Weichsel angelegte Libretto geschickt das dynastische Allianzsystem rund um das sächsisch-polnische Herrscherpaar entfaltet, zeigt die farbig instrumentierte Kantate mit ihrer Nähe zum galanten Stil einen Bach, der das höfische Umfeld Augusts III. gezielt umwirbt.
Musikalisch gestaltet wird der Abend vom Orchester der J. S. Bach-Stiftung unter der Leitung von Rudolf Lutz, zusammen mit den Solistinnen Sibylla Rubens (Sopran) und Margot Oitzinger (Alt) sowie den Solisten Georg Poplutz (Tenor) und Matthias Helm (Bass).
Fluss der Zeit: Eine philosophische Betrachtung
Was bedeutet es, in der Zeit zu leben – und in ihr gut zu leben? Als Reflexionsrednerin des Abends denkt Eva Weber-Guskar über das Motiv des Flusses und die menschliche Erfahrung von Zeit nach. Die Professorin für Ethik und Philosophie der Emotionen an der Ruhr-Universität Bochum forscht derzeit zur Ethik emotionalisierter Künstlicher Intelligenz sowie zum Thema Lebenszeiten. 2024 erschien ihr viel beachtetes Buch Gefühle der Zukunft. Wie wir mit emotionaler KI unser Leben verändern. Wie Eva Weber-Guskar zu den Themen des Werkes steht und wie die Bachkantate auf sie wirkt, erfahren die Zuhörerinnen und Zuhörer zwischen dem ersten und zweiten Teil dieser Langkantate.
Ein Abend – viele Einblicke
Wie gewohnt bietet Rudolf Lutz vor dem Konzert eine informative Werkeinführung, diesmal gemeinsam mit der Philosophin, Journalistin und Autorin Barbara Bleisch. Die beiden werden nebst musikalischer Einführung über den schmalen Grat zwischen Huldigung und Kriecherei sowie über die Frage sinnieren, warum Philosophen und Philosophinnen Flüsse so faszinierend finden. Darüber hinaus haben Konzertbesuchende die Gelegenheit, ein eindrucksvolles Faksimile von Bachs Calov-Bibel zu besichtigen: ein dreibändiger, 27 Kilogramm schwerer Kommentar zur Lutherbibel, gedruckt 1681/82. Die Calov-Bibel war Johann Sebastian Bachs ständiger Begleiter bei seiner kompositorischen Arbeit und wurde von ihm mit zahlreichen handschriftlichen Anmerkungen versehen. Das Faksimile wird jeweils am Konzerttag um 16.00 Uhr am Landsgemeindeplatz 2 in 9043 Trogen aufgelegt. Anschliessend treffen sich Interessierte zu Lesungen in der Krone Trogen.
Die J. S. Bach-Stiftung freut sich auf zahlreiche Besucherinnen und Besucher am 22. August 2025 in der evangelischen Kirche Trogen; die Werkeinführung beginnt um 17.30 Uhr, das Konzert um 19.00 Uhr.
ÜBER DIE J. S. BACH-STIFTUNG
Die J. S. Bach-Stiftung setzt sich für die Förderung und Verbreitung der Musik von Johann Sebastian Bach ein. Mit hochkarätigen Aufführungen, musikalischen Bildungsangeboten und interdisziplinären Projekten möchte die Stiftung das kulturelle Erbe von Bach bewahren und zeitgemäss interpretieren. Durch die enge Zusammenarbeit mit renommierten Künstlerinnen, Künstlern und Fachpersonen entstehen einzigartige Konzert- und Vermittlungserlebnisse, die Menschen jeden Alters und Hintergrunds ansprechen.
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Bitte beachten Sie, dass infolge von Ton- und Filmaufnahmen nach Beginn der Werkeinführung und des Konzerts kein Einlass gewährt werden kann.
Türöffnung: jeweils 10 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.
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